Folge 322: Der eiserne Karl-Theodor
Nun ist es endlich geschafft: Die Debatte über den Afghanistan-Krieg ist völlig sinnentleert. Eine formidable Leistung unserer Guttenbergs. Anstatt sich der schwierigen Frage zu stellen, wie unsere Soldatinnen und Soldaten möglichst bald in die Heimat zurückgeholt werden können, ohne dass das Land am Hindukusch im nächsten mörderischen Bürgerkrieg versinkt, wird die große Pathos-Keule ausgepackt.
Eine längst hinter uns geglaubte Bildsprache wird dafür reaktiviert. Karl-Theodor auf dem Feldherrenhügel, im Truppentransporter oder mit Feldstecher. Dazu nun auch noch „Stephanie-ich-bin-an-seiner-Seite-zu-Guttenberg“, deren Aufenthaltsgrund auch nach vielem nachdenken bis heute schleierhaft bleibt.
Diesen perversen Politstrip auch noch damit zu begründen, man würde auf die Lage der Soldatinnen und Soldaten aufmerksam machen wollen, ist mehr als nur ein schlechter Scherz, es ist eine Beleidigung für all diejenigen, die ihr Leben vor Ort riskieren.
Dass sich viele Soldatinnen und Soldaten mehr Aufmerksamkeit für ihren Einsatz wünschen ist indessen mehr als nachvollziehbar. Während in Deutschland recht komfortabel die Fürs und Widers des Einsatzes diskutiert werden können, kann in Kunduz jederzeit ein neuer Anschlag Menschleben kosten.
Den Soldatinnen und Soldaten ein angemessenes Forum zu bieten ist daher nicht der Fehler des Verteidigungsministers. Nein, der Fehler ist, dass unsere zu Guttenbergs das richtige Anliegen dazu nutzen, die eigene Politkarriere zu beflügeln. Das ist geschmacklos.
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
AntwortenLöschenSowas nenne ich, die Not von anderen Menschen skrupellos auszunutzen. Das Schlimme ist allerdings, dass 80% der Deutschen "Herrn von zu Guttenberg" auch noch toll und integer finden. Er ist auch nur wieder einer dieser Show-Männer, die als sinnentleerte Gestik- und Bildhülsen agieren. Echte Politik versucht Antworten auf wichtige Fragen zu geben und nicht den eigenen Vorteil im Blick zu haben. Alles in Allem eine Politik, welche unter Schwarz-Gelb nur zu gerne betrieben wird!
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